Aries Biologische Schädlingsbekämpfung - Methoden

Die einsetzbaren Produkte für die biologische Schädlingsbekämpfung haben unterschiedliche Wirkmechanismen:

Vertreibung / Vergrämung (”Repellente”)
Mit Hilfe von speziell ausgewählten Geruchsstoffen werden Schädlinge von den zu schützenden Nahrungsmitteln bzw. Materialien ferngehalten. Der Effekt ist als vorbeugende Maßnahme vor einem Befall besser als bei einer Vertreibung eines bereits vorhandenen.
Vergrämend können auch elektrisch erzeugte Hochfrequenz-Geräusche oder Licht bei dunkelheitsliebenden Tieren sein.

Fallen- und Fangsysteme
Ungiftige Methode zur Bekämpfung eines Befalls in sensiblen Bereichen. Fangmedium kann eine Klebefläche oder eine Falle sein, aus denen die Tiere nicht wieder herausfinden (Labyrinth-Prinzip). Bei Insekten kann eine Flüssigkeit für schnelle Abtötung (Ertrinken) sorgen.
Meist wird ein spezieller Lockstoff eingesetzt um die Tiere gezielt zur Falle zu führen. Unterschieden werden Sexual- bzw. Aggregations-Lockstoffe (”Pheromone”), die einen Paarungspartner bzw. Artgenossen vortäuschen, und Fraß-Lockstoffe, die eine Nahrungsquelle simulieren. Werden keine Lockstoffe eingesetzt, erfolgt der Fang nach dem Zufallsprinzip; der Fangerfolg kann aber durch gezielte Plazierung an bevorzugten Aufenthaltsorten verbessert werden.

Bekämpfung
Ist die Lösung eines Schädlingsproblems mit den ersten beiden Methoden nicht möglich oder nicht effektiv genug, können die Tiere auch gezielt abgetötet werden.
Synthetische Langzeitinsektizide können monatelang in der Raumluft nachgewiesen werden und dabei ungünstige Wirkungen entfalten, die bei den Zulassungsprüfungen gar nicht getestet werden können.
Für die Abtötung von Insekten empfehlen wir deshalb den Einsatz eines natürlichen Kurzzeitinsektizides oder die Anwendung von ungiftigem Diatomeen-Pulver, das die Insekten nicht chemisch, sondern physikalisch abtötet. Weitere Abtötungsmethoden sind der Einsatz von Kälte und Hitze, da Insekten keine Temperaturregulierung haben. Zu beachten ist, dass ein Abtöten von Schädlingen in Nahrungsmitteln nicht automatisch eine Verbesserung der Qualität bedeutet, da die toten Organismen immer noch ein Hygieneproblem darstellen.

Zum Bereich der Abtötung gehört im weiteren Sinne auch der Einsatz von Nützlingen: Speziell gezüchtete natürliche Feinde töten die Schädlinge oder greifen so gravierend in deren Fortpflanzungsgeschehen ein, dass der Schädlingsbefall innerhalb eines gewissen Zeitraumes ”auf natürliche Art” zusammenbricht.
Dieses aus dem Obst- und Ackerbau stammende Verfahren ist seit einigen Jahren auch erfolgreich gegen Insekten im Haushalt im Einsatz. Bisher wird zwar erst ein Verfahren praktiziert, nämlich der Einsatz von winzig kleinen Schlupfwespen gegen Lebensmittelmotten (MOTTCONTROL®), aber wir arbeiten an einer vergleichbaren Lösung auch gegen Kleidermotten.

Und so können Sie vorbeugen:
Zusätzlich zu diesen Bekämpfungsmethoden kann jedeR einzelne durch vorbeugende Maßnahmen zu einer beachtlichen Sicherheit gegen Schädlinge gelangen. Hier eine Auswahl der wichtigsten:

Lassen Sie die Tiere gar nicht erst in Ihre Wohnung!

  • Setzen Sie in Ihre Lüftungsfenster Rahmen mit Fliegengaze ein. Dann können Sie jederzeit lüften, ohne ein Eindringen von Schädlingen zu riskieren.
  • Dichten Sie (speziell in Altbauten) alle Ritzen in Wänden und Decken gut ab. Insekten und Mäuse finden diese Ritzen sonst garantiert!
  • Kontrollieren Sie gekaufte Lebensmittel und Textilien auf Schädlingsbefall, bevor Sie sie einlagern bzw. verwenden. Ganz besonders sollten Sie gebrauchte Textilien und Antiquitäten unter die Lupe nehmen!
Machen Sie es Schädlingen nicht gemütlich!

  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Vorräte auf Schädlingsbefall.
  • Bewahren Sie Ihre Vorräte möglichst kühl auf! Wenn Sie keinen kühlen Vorratsraum in der Wohnung haben, kann es sinnvoll sein, auch Getreideprodukte, Trockenfrüchte und Gewürze im Kühlschrank aufzubewahren.
  • Reinigen Sie nicht nur für die Blicke von Nachbarn und Besuchern! Gerade von Stellen, ”wo man nur schwer hinkommt” und die man nicht einsieht und erreichen kann, droht die Gefahr.
  • Schaffen Sie deshalb keine ”Schwarzen Löcher” in Ihrer Wohnung! Vermeiden Sie:
    • Einbauküchen, deren Rückseiten man nicht reinigen kann - dort sammeln sich Krümel, Staub und Schädlinge.
    • Großmöbel auf Teppichen/Teppichboden - wo Sie nicht staubsaugen können, finden Textilschädlinge optimale Lebensbedingungen.
    • Unzugängliche Versorgungsschächte - hier finden Schädlinge optimale Rückzugsräume und können sich gleichzeitig im ganzen Haus ausbreiten.
  • Seien Sie äußerst vorsichtig mit organischen Dämmmaterialen! Wenn die Wand erst zu ist, kommen Sie nie wieder dort heran. Wenn sich dort erst Schädlinge ansiedeln (und die finden einen Weg hinein), werden Sie diese nie wieder los!
  • Kontrollieren Sie auch Ihre Kleidungsstücke in regelmäßigen Abständen. Ziehen Sie Ihre ”besten Stücke” öfter an - regelmäßiges Tragen schützt vor Motten!
  • Hängen Sie getragene Stücke nicht ungewaschen wieder in den Kleiderschrank. Motten können sehr gut riechen und sie lieben Schweißgeruch!

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