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SCHABEN (Blattaria)
Kurzbiographie:
Neben zahlreichen Arten treten in Mitteleuropa besonders zwei Arten auf:
Die Deutsche Schabe und die Orientalische Schabe. Letztere seltener und
auch Küchen- Bäcker- oder Brotschabe, wie auch Kakerlake genannt.
Charakteristisch für alle Schaben sind zwei kurze Fortsätze
am Hinterleibende.
DEUTSCHE SCHABE (Blattella germanica): ca. 13 mm groß, gelbbraun
mit 2 dunkelbraunen Längsstreifen auf dem Halsschild. Beide Geschlechter
sind geflügelt, jedoch fluguntauglich. Die Ei-Pakete (ca. 50 Eier)
werden 4-5 Wochen getragen und dann abgelegt. Kurz darauf schlüpfen
die dunkelbraun gefärbten Junglarven. Dauer der Entwicklung 2-3 Monate.
ORIENTALISCHE SCHABE (Blatta orientalis): 20-28 mm groß. Männchen
dunkel bis kastanienbraun, Flügel kürzer als der Hinterleib.
Weibchen noch dunkler mit lediglich Flügelstummeln. Das Ei-Paket
mit ca. 20 Eiern wird schon nach etwa 3 Tagen abgelegt, während die
Larven erst nach ca. 3 Monaten schlüpfen. Entwicklung nach 1/2 bis
1 Jahr abgeschlossen (temperaturabhängig: wärmer = schneller).
MÖBEL- oder BRAUNBANDSCHABE (Supella longipalpa): ca. 10 mm, hell-
bis dunkelbraun und 2 helle Querstreifen auf den Flügeldecken. Männchen
im Gegensatz zum Weibchen langflügelig. Ei-Paket wird sofort abgelegt
und an Hölzern (Möbeln) festgekittet.
AMERIKANISCHE SCHABE (Periplaneta americana): ca. 30 mm groß, rotbraun,
Halsschild gelblicher mit 2 dunklen Flecken. Beide Geschlechter geflügelt.
Ei-Pakete werden nur einige Tage getragen und dann gut versteckt mittels
Holzspänen oder Papierschnipseln zugedeckt. Larven schlüpfen
nach ca. 7 Wochen. Entwicklung ca. 1 Jahr. Sehr wärmebedürftig.
Allgemein:
Alle in Gebäuden lebenden Schaben stammen ursprünglich aus tropischen
Gebieten und haben daher ein hohes Wärmebedürfnis. Sie kommen dort vor,
wo es gleichbleibend warm und feucht ist. Schaben werden eingeschleppt
u.a. durch Lebensmittelimporte, Verpackungsmaterialien, Schiffe, Flugzeuge,
Urlaubsmitbringsel usw. Erst der internationale Warenaustausch und Verkehr
hat die Schaben in unseren Breitengraden etabliert. Die Verschleppung
kann nun munter weiter erfolgen. Selbst wenn keine erwachsenen Schaben
verschleppt werden, erfolgt die Verbreitung häufig über von Schaben abgelegte
oder verlorene Ei-Pakete, aus denen sich unter günstigen Bedingungen der
Schabenbefall entwickeln kann. Diese Ei-Pakete sind wegen ihrer Chitin-Hülle
sehr widerstandsfähig, auch gegenüber Bekämpfungsmitteln. Die Larvenstadien
sehen schon den erwachsenen Tieren ähnlich, sind aber kleiner und ungeflügelt.
Schaben lieben dunkle, feuchte Verstecke und werden daher meist lange
Zeit nicht bemerkt. Sie gehen meist nachts auf Nahrungssuche. Tagsüber
sichtbare Schaben deuten auf eine hohe Population hin. Schaben sind Allesfresser
und gehen auch an organisches Material aller Art, wie Gewebe, Leder und
Zellulose oder Papierartikel. Faulende Substrate werden bevorzugt aufgenommen.
Schaben können aber auch längere Zeit hungern. Schäden unter anderem durch
Keimverschleppung wie z.B. Milzbrand, Salmonellen, Tuberkulose. Auch Überträger
(Wirt) von Fadenwürmern. ORIENTALISCHE SCHABEN sind wärmeliebender und
strömen einen süßlichen Geruch aus. MÖBEL- oder BRAUNBANDSCHABEN können
auch an der Decke entlang laufen.
Was tun?
Vorbeugen:
Grundsätzlich muss darauf geachtet werden, dass Schaben nicht eingeschleppt
werden. Alle Versteckmöglichkeiten von Schaben kontrollieren. Falls möglich,
Ritzen und Fugen versiegeln. Lose Enden von Auslegeböden besonders beachten.
Küchenhygiene strikt einhalten. Gepäck vor der Heimkehr aus tropischen
Ländern kontrollieren. Intensives Staubsaugen gefährdeter Bereiche (abgelegte
Ei-Pakete).
Abschrecken und Vertreiben:
Praktikabel nur mit Kälte.
Fangen und Erkennen:
Ist der Befall überschaubar und sollen außer den vorgenannten Hinweisen
andere Maßnahmen ergriffen werden, kann mittels ungiftiger Klebefallen
die Vermehrung unterbrochen werden. Spezielle Lockstofffallen stehen zur
Verfügung.(Hoy-Hoy Schabenfalle).
Mit viel Geduld ist eine Bekämpfung allein mit Klebefallen möglich. Allerdings
nur dann, wenn nicht ständig neue Schaben nachkommen bzw. eingeschleppt
werden.
Bekämpfen:
Für Sofortmaßnahmen eignet sich der gezielte Einsatz eines natürlichen
Pyrethrum-Insektizids (PISTAL).
Es werden gezielt mögliche Verstecke behandelt. Der Aggregatraum von Kühlschränken
oder Haushaltsgeräten sind ideale Verstecke. Mit einem nicht toxisch wirkenden,
synthetischen „Wachstumsregulator“ kann ebenfalls die Entwicklung der
Schaben unterbunden werden. Möglich auch der Einsatz von KÖDERDOSEN. Diese
müssen stabil und dürfen für andere Lebewesen nicht zugänglich sein. Der
Köder muss in fester Form sein, damit der Wirkstoff nicht verschleppt
werden kann.
Entsprechend der vorgenannten Lebensweise dieser Schadinsekten sollten
Behandlungen einige Zeit weitergeführt bzw. wiederholt werden. Kommen
die Schaben aus der Nachbarwohnung oder durch die Kanalisation, Versorgungsschächte
o.ä. , muss eine Bekämpfung des gesamten Wohnkomplexes in Betracht gezogen
werden. Solche Bekämpfungen sind in der Regel nur mit Fachbetrieben möglich.
Tipp:
Neuerdings gibt es ein sogen. "Schabengel". Das Gel wird tröpfchenweise
hinter Fußleisten oder an anderen potentiellen "Schabenplätzen" platziert.
Dieser Wirkstoff ist zwar giftig, verhindert jedoch Emissionen (Ausdünstungen)
und ist sehr effektiv. Sprüh– Fang– und sonstige Aktionen können dadurch
fortfallen. Schabengel ist im freien Handel nur selten erhältlich. Fragen
Sie den professionellen Schädlingsbekämpfer im Bedarfsfall danach.
Für nähere Informationen beachten Sie unsere Seite "Produkte"
(Klicken Sie einfach auf den Hyperlink).
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