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Fotos: University of Florida

Aries 
 

SCHABEN (Blattaria)

Kurzbiographie:
Neben zahlreichen Arten treten in Mitteleuropa besonders zwei Arten auf: Die Deutsche Schabe und die Orientalische Schabe. Letztere seltener und auch Küchen- Bäcker- oder Brotschabe, wie auch Kakerlake genannt. Charakteristisch für alle Schaben sind zwei kurze Fortsätze am Hinterleibende.

DEUTSCHE SCHABE (Blattella germanica): ca. 13 mm groß, gelbbraun mit 2 dunkelbraunen Längsstreifen auf dem Halsschild. Beide Geschlechter sind geflügelt, jedoch fluguntauglich. Die Ei-Pakete (ca. 50 Eier) werden 4-5 Wochen getragen und dann abgelegt. Kurz darauf schlüpfen die dunkelbraun gefärbten Junglarven. Dauer der Entwicklung 2-3 Monate.

ORIENTALISCHE SCHABE (Blatta orientalis): 20-28 mm groß. Männchen dunkel bis kastanienbraun, Flügel kürzer als der Hinterleib. Weibchen noch dunkler mit lediglich Flügelstummeln. Das Ei-Paket mit ca. 20 Eiern wird schon nach etwa 3 Tagen abgelegt, während die Larven erst nach ca. 3 Monaten schlüpfen. Entwicklung nach 1/2 bis 1 Jahr abgeschlossen (temperaturabhängig: wärmer = schneller).

MÖBEL- oder BRAUNBANDSCHABE (Supella longipalpa): ca. 10 mm, hell- bis dunkelbraun und 2 helle Querstreifen auf den Flügeldecken. Männchen im Gegensatz zum Weibchen langflügelig. Ei-Paket wird sofort abgelegt und an Hölzern (Möbeln) festgekittet.

AMERIKANISCHE SCHABE (Periplaneta americana): ca. 30 mm groß, rotbraun, Halsschild gelblicher mit 2 dunklen Flecken. Beide Geschlechter geflügelt. Ei-Pakete werden nur einige Tage getragen und dann gut versteckt mittels Holzspänen oder Papierschnipseln zugedeckt. Larven schlüpfen nach ca. 7 Wochen. Entwicklung ca. 1 Jahr. Sehr wärmebedürftig.



Allgemein:
Alle in Gebäuden lebenden Schaben stammen ursprünglich aus tropischen Gebieten und haben daher ein hohes Wärmebedürfnis. Sie kommen dort vor, wo es gleichbleibend warm und feucht ist. Schaben werden eingeschleppt u.a. durch Lebensmittelimporte, Verpackungsmaterialien, Schiffe, Flugzeuge, Urlaubsmitbringsel usw. Erst der internationale Warenaustausch und Verkehr hat die Schaben in unseren Breitengraden etabliert. Die Verschleppung kann nun munter weiter erfolgen. Selbst wenn keine erwachsenen Schaben verschleppt werden, erfolgt die Verbreitung häufig über von Schaben abgelegte oder verlorene Ei-Pakete, aus denen sich unter günstigen Bedingungen der Schabenbefall entwickeln kann. Diese Ei-Pakete sind wegen ihrer Chitin-Hülle sehr widerstandsfähig, auch gegenüber Bekämpfungsmitteln. Die Larvenstadien sehen schon den erwachsenen Tieren ähnlich, sind aber kleiner und ungeflügelt.

Schaben lieben dunkle, feuchte Verstecke und werden daher meist lange Zeit nicht bemerkt. Sie gehen meist nachts auf Nahrungssuche. Tagsüber sichtbare Schaben deuten auf eine hohe Population hin. Schaben sind Allesfresser und gehen auch an organisches Material aller Art, wie Gewebe, Leder und Zellulose oder Papierartikel. Faulende Substrate werden bevorzugt aufgenommen. Schaben können aber auch längere Zeit hungern. Schäden unter anderem durch Keimverschleppung wie z.B. Milzbrand, Salmonellen, Tuberkulose. Auch Überträger (Wirt) von Fadenwürmern. ORIENTALISCHE SCHABEN sind wärmeliebender und strömen einen süßlichen Geruch aus. MÖBEL- oder BRAUNBANDSCHABEN können auch an der Decke entlang laufen.


Was tun?

Vorbeugen:
Grundsätzlich muss darauf geachtet werden, dass Schaben nicht eingeschleppt werden. Alle Versteckmöglichkeiten von Schaben kontrollieren. Falls möglich, Ritzen und Fugen versiegeln. Lose Enden von Auslegeböden besonders beachten. Küchenhygiene strikt einhalten. Gepäck vor der Heimkehr aus tropischen Ländern kontrollieren. Intensives Staubsaugen gefährdeter Bereiche (abgelegte Ei-Pakete).


Abschrecken und Vertreiben:
Praktikabel nur mit Kälte.

Fangen und Erkennen:
Ist der Befall überschaubar und sollen außer den vorgenannten Hinweisen andere Maßnahmen ergriffen werden, kann mittels ungiftiger Klebefallen die Vermehrung unterbrochen werden. Spezielle Lockstofffallen stehen zur Verfügung.(Hoy-Hoy Schabenfalle). Mit viel Geduld ist eine Bekämpfung allein mit Klebefallen möglich. Allerdings nur dann, wenn nicht ständig neue Schaben nachkommen bzw. eingeschleppt werden.

Bekämpfen:
Für Sofortmaßnahmen eignet sich der gezielte Einsatz eines natürlichen Pyrethrum-Insektizids (PISTAL). Es werden gezielt mögliche Verstecke behandelt. Der Aggregatraum von Kühlschränken oder Haushaltsgeräten sind ideale Verstecke. Mit einem nicht toxisch wirkenden, synthetischen „Wachstumsregulator“ kann ebenfalls die Entwicklung der Schaben unterbunden werden. Möglich auch der Einsatz von KÖDERDOSEN. Diese müssen stabil und dürfen für andere Lebewesen nicht zugänglich sein. Der Köder muss in fester Form sein, damit der Wirkstoff nicht verschleppt werden kann.

Entsprechend der vorgenannten Lebensweise dieser Schadinsekten sollten Behandlungen einige Zeit weitergeführt bzw. wiederholt werden. Kommen die Schaben aus der Nachbarwohnung oder durch die Kanalisation, Versorgungsschächte o.ä. , muss eine Bekämpfung des gesamten Wohnkomplexes in Betracht gezogen werden. Solche Bekämpfungen sind in der Regel nur mit Fachbetrieben möglich.

Tipp:
Neuerdings gibt es ein sogen. "Schabengel". Das Gel wird tröpfchenweise hinter Fußleisten oder an anderen potentiellen "Schabenplätzen" platziert. Dieser Wirkstoff ist zwar giftig, verhindert jedoch Emissionen (Ausdünstungen) und ist sehr effektiv. Sprüh– Fang– und sonstige Aktionen können dadurch fortfallen. Schabengel ist im freien Handel nur selten erhältlich. Fragen Sie den professionellen Schädlingsbekämpfer im Bedarfsfall danach.


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