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Holzböcke (Ixodes ricinus) Schildzeckengattung
Abb: Holzbock (Ixodes ricinus), vollgesogenes Weibchen,
wird bis 14 mm groß
Kurzbiographie:
Der Holzbock ist die in unseren Breiten (Mitteleuropa) vorherrschende
Art. Der Körper ist breit bis längsoval, gelblich braun, rotbraun oder
graubraun gefärbt. Der Rückenschild bedeckt beim Männchen die gesamte
Rückenfläche, während dieser bei den Weibchen nur die Hälfte bedeckt.
Männchen sind bis 2 mm, Weibchen (in vollgesogenem Zustand) bis 14 mm
groß. Der Holzbock benötigt 2 Stadien = 2 Blutaufnahmen (Larve, Nymphe)
bis zu seiner Geschlechtsreife. Das Weibchen bedarf zur Eiproduktion einer
3. Blutmahlzeit. Die Larven sind sechs-, Nymphe und Adulte (Erwachsene)
achtbeinig. Im engeren zoologischen Sinne sind Zecken Milben und gehören
damit zu den Spinnentieren.
Allgemein
Zecken sind biologisch betrachtet sehr faszinierende Tiere. Sie sind jedoch
auch potenzielle Überträger aller Arten von Infektionserregern. Die bekanntesten
und für Mitteleuropa vorherrschende Überträger sind die FSME (Frühjahr-Sommer-Meningoenzephalitis,
eine Entzündung der Gehirnhaut) und die Lyme-Borreliose (eine Art chronische
Nervenentzündung ähnlich der Geschlechtskrankheit Syphilis).
Zecken übertragen die Infektionserreger durch ihr Speichelsekret!
Daher Zecken an Mensch oder Tier niemals drücken oder quetschen. In Panik
geratene Zecken speicheln intensiv, um sich aus einer Saugstelle zu entfernen.
Dabei ist die Virusübertragung besonders hoch.
Zecken gibt es praktisch vom Frühjahr bis zum Herbst, während milder Wintermonate
muss jedoch ebenfalls mit Aktivitäten gerechnet werden. Jeder Zeckenstich
stellt eine potenzielle Übertragungsgefahr dar und sollte entsprechend
gewürdigt werden. In besonders virusbedrohten Bereichen (Süddeutschland/Österreich)
bedürfen Zecken entsprechend größerer Beachtung. Panik und Hysterie sollten
jedoch vermieden werden, da 1. nur ein kleiner Teil der Zecken virulent
ist und 2. bei rechtzeitiger und sorgsamer Entfernung die Gefahr einer
Übertragung gering ist. Wahrscheinlich entstehen viele Infektionen erst
durch unsachgemäßes Entfernen der Zecken. Da Zecken ein feuchtes Milieu
benötigen, ist während feuchter und warmer Monate ein großes Zeckenaufkommen
zu erwarten. Zecken können milieubedingt in seltenen Fällen in Wohnungen,
sofern sie dort eingeschleppt werden, Ihre Eiablage erfolgreich durchführen.
Anders z.B. bei Hundezecken (Rhipicephalus sanguineus). Der Name kommt
nicht daher, dass Hunde ausschließlich von Hundezecken befallen werden.
Auch Hunde und andere Tiere werden in Mitteleuropa meist von Ixodes ricinus
befallen. Hundezecken werden aus warmen Ländern oft durch Hunde eingeschleppt
und können sich auch in trockenen Bereichen vermehren. Dadurch können
Zeckenprobleme auch in beheizten Räumen auftreten. Der Holzbock wechselt
nach jeder Blutmahlzeit seinen Wirt und überwintert, sofern er noch nicht
geschlechtsreif ist, meist im Boden. Erst nach der Befruchtung, bzw. nach
der Eiablage sterben die adulten Tiere.
Was tun?
Diese ARIES-INFORMATION ersetzt in keinem Fall den Rat eines Arztes. Wenn
Sie eine Infektion befürchten, suchen Sie bitte umgehend einen zeckenkundigen
Arzt auf. Zecken fallen nicht von den Bäumen. Dieses Märchen ist so zäh,
dass auch Sie vielleicht daran glauben?! Zecken befinden sich immer im
unteren Bereich der Flora, also an Gräsern, niedrigen Büschen und Gehölzen.
Vorwiegend in waldnahen Gebieten, da hier die ersten Wirte, kleine Nager,
vornehmlich Mäuse, für ihre Entwicklung benötigt werden.
Vorbeugen:
- Meiden Sie das „Streifen“ durch Wiesen
und Wälder. Benutzen Sie möglichst unbewachsene Wege und Pfade.
- Tragen Sie festsitzende, helle Kleidung. Ein
gelegentlicher Blick auf die Hose verrät dann leichter die unerwünschten
Besucher. Sitzt die Hose fest in Schuhen oder Socken, müssen Zecken
u.U. den Umweg über die Kleidung machen und können daher früher
gesichtet werden.
- Untersuchen Sie nach einem Wald- und Wiesenspaziergang
gründlich Ihren Körper, bzw. den Ihrer Kinder und Ihres Partners.
Hunde nicht vergessen.
- Entfernen Sie möglichst schnell gefundene
oder festsitzende Zecken (die Infektionsgefahr ist in den ersten 12
Stunden noch gering) mit einer guten Pinzette oder benutzen Sie einfach
die neue ARIES-Zeckenkarte
im Scheckkartenformat. Zecken dürfen nicht gedrückt oder gequetscht
werden (s.o.) Pinzette und Saugstelle gründlich reinigen, bzw.
mit Alkohol desinfizieren. Sollte der Saugrüssel dabei abreissen,
brauchen Sie nicht besorgt zu sein. Dieser Chitinrest birgt keine Gefahr
und wird nach kurzer Zeit abgestoßen.
- Sind Sie gestochen, beobachten Sie noch 2-3
Tage die Saugstelle auf Veränderungen oder Verfärbungen. Ein
runder, rötlicher Kreis oder Flecken an oder um die Einstichstelle
kann auf eine Infektion hinweisen: Arzt aufsuchen. Tritt eventuell ohne
diese Symptome nach 1-5 Tagen oder etwas später Fieber oder Unwohlsein
auf: Arzt aufsuchen.
- Wenn Sie beruflich in Waldgebieten tätig
sind, sollte eine Impfung gegen FSME mit dem Arzt besprochen werden
(gegen Borriellose gibt es leider keine Schutzimpfung).
Folgende Mittel können den Zeckenbefall mindern,
jedoch nie ausschließen:
- Duftstoffe wie ätherische Öle oder
deren Aufbereitungen werden von Zecken gemieden. Leider erkennt die
aktuelle Biozid-Gesetzgebung diese nicht als Wirkstoffe zur Insektenabwehr
an, so dass sie hier nicht namentlich genannt werden dürfen.
- ANTI-ZECK:
Alcohol, ätherische Öle im Pumpzerstäuber zur Abwehr
auf Bekleidungsstücke auftragen.
- Essigaufbereitungen wirken auf den Widerwillen
von Zecken (z.B. ADIOS
Spray mit Poleiminze und Neemöl).
- Insektizide. Für einen recht zuverlässigen
Schutz auch in Tropengebieten wird von offiziellen Stellen Permethrin
empfohlen. Permethrin findet sich in vielen handelsüblichen Insektiziden.
Da wir grundsätzlich synthetische Wirkstoffe nicht empfehlen, ist
es dem Anwender überlassen, ob er z.B. in den Tropen diesen Wirkstoff
einsetzt. Wir empfehlen Naturpyrethrum. Pyrethrum (z.B. in PISTAL
enthalten) hat den Vorteil, dass es gut abgebaut wird und den Nachteil,
dass es sehr kurzlebig ist. Bei einem längeren Spaziergang durch
zeckengefährdete Gebiete sollte daher dieser prophylaktische Schutz
(besprühen der Textilien) nach ca. 1 Stunde aufgefrischt werden.
Zur Eliminierung von Zecken eignet sich ebenfalls PISTAL durch direktes
Ansprühen.
Wenn Sie an weitergehenden Informationen interessiert sind, können
wir folgende Publikationen empfehlen
- UNGEBETENE HAUSGÄSTE,
Sachs Verlag, ISBN 3-928294-00-8, geeignet für Laien.
- ZECKEN, Kleiner Stich mit bösen
Folgen, Ratgeber Ehrenwirt, ISBN 3-431-04018-7, geeignet für Ärzte,
med. Behörden aber auch Laien mit med. Vorkenntnissen.
Weitere, auch aktuelle Informationen zu den einzelnen
Krankheiten bietet natürlich aus das Internet.
Für nähere Informationen beachten Sie unsere Seite "Produkte"
(Klicken Sie einfach auf den Hyperlink).
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