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KORNKÄFER ( Sitophilus granarius)
Abb.: Entwicklung vom Kornkäfer ( Sitophilus granarius). V. l. n. r.: unten vom Käfer zerfressene Körner, ein Korn im Querschnitt mit Ei, darüber Larve im letzten Stadium., Puppe von der Bauchseite, Kornkäfer (aus Diehl-Weidner 1938). Kurzbiographie: Ca. 4 mm langer, brauner bis schwarzer, flugunfähiger Rüsselkäfer. Entwicklung vom Ei über Larve und Puppe zum Volltier erfolgt im Getreidekorn, gelegentlich auch in Teigwaren, Graupen u.a. Eizahl pro Weibchen 100-200 Stück. Das Weibchen nagt ein Loch in das Getreidekorn, das zur Eiablage dient und danach wieder mit einem Sekret verschlossen wird. Äußerlich fast normal aussehende Körner enthalten Larve oder Puppe. Entwicklung 5-6 Monate. Allgemein: Kornkäfer gehören zu den ältesten bekannten Vorratsschädlingen und wurden schon in Grabbeigaben (Gerste) der Pharaonengräber um 2300 v. u. Z. gefunden. Sie sind in Mitteleuropa der gefährlichste Speicherschädling und treten in Privatwohnungen sehr selten auf. Durch die Larven werden die Körner vollkommen ausgefressen. Nur die leere ausgehöhlte Hülle bleibt erhalten. Befall durch die lichtscheuen Tiere erfolgt nur im Innern der Gerteidehaufen; Getreide mit hohem Feuchtigkeitsgehalt wird bevorzugt. Befallenes Getreide erwärmt sich und wird muffig. Folgeschädlinge vergrößern die Verluste. Der Kornkäfer ist der wichtigste Schädling in lagerndem Getreide. Bei vermuteten Käfern werden kleine Mengen Getreides umgeschaufelt und beobachtet. Etwas Getreide im Wassereimer zeigt einen Kornkäferbefall an; die befallenen Körner schwimmen oben. Durch den Befall steigt die Temperatur im gelagerten Getreide an, ebenso die Feuchtigkeit. Dadurch wird Schimmelbildung begünstigt (muffiger Geruch und bei lange bestehendem starken Befall regelrechtes Verjauchen des Getreides). Je seltener das Getreide bewegt (umgeschippt) wird, desto ungestörter kann sich der Befall entwickeln. Was tun? Vorbeugung: Zur Vorbeugung gegen einen Befall sollte Getreide trocken und kühl gelagert werden, d.h. möglichst mit Luftdurchzug im Winter. Außerdem sollte es häufig bewegt werden. Da mit Larven befallene Körner ein wichtiger Übertragungsweg sind, führen geschlossene Behälter nicht unbedingt zu hoher Sicherheit. Ansonsten sofortige Kontrolle angelieferter Waren und bei längerer Lagerung ständige Überwachung. Abschrecken und Vertreiben: Lediglich Kühllagerung bietet einen sicheren Schutz. Fangen und Erkennen Bei größeren Schütthaufen sind Getreidesonden zur Befallsüberwachung eine wertvolle Hilfe, um bereits beginnenden Befall zu erkennen. In einzeln verpackten Tüten sind diese (wegen der Größe) nicht unterzubringen. Zur Befallsüberwachung eignet sich ferner die PantryPatrol© Käferfalle von ARIES®. Eine spezielle Mischung von Lockstoffen und Getreideöl lockt vorratschädigende Käfer in eine kleine Falle. Bekämpfen: Vor der eigentlichen Bekämpfung sollte der Schadensumfang eingeschätzt werden; eventuell ist das Getreide noch zur Verfütterung geeignet. Zur Weiterverarbeitung für die menschliche Ernährung ist befallenes Getreide nicht mehr zu empfehlen. Eine Bekämpfung findet immer in leeren Böden, Regalen, Behältern usw. statt. Getreide wird so nicht mit insektiziden Mitteln kontaminiert (Ausnahme evtl. Kieselgur; s.u.). Leere Behältnisse werden gründlich gereinigt: Reinigungsmittel, Staubsauer, Druckluft usw. Als Lagerschutzmittel kann PISTAL (entspricht der EG Verordnung für die biologische Verarbeitung) eingesetzt werden. Ritzen, Fugen und Spalten besonders beachten. Eine Pistalbehandlung nach ca. 3 Tagen wiederholen. Flächenbehandlungen können mit herkömmlichen Spritzgeräten ausgebracht werden, wobei sich überlappende Streifen gespritzt werden. Vernebelungen in großen Räumen möglichst mit professionellen Kaltverneblern (Atemschutz erforderlich). Zur Langzeitdesinfektion kann INSEKTENPUDER (Diatomeen-Erde) in Hohlräume etc. eingebracht werden (Stäubegerät). Kieselgur/Diatomeen kann mit dem Getreide vermischt werden. Der feine, fossile Staub ritzt Insekten an, wodurch sie austrocknen. Wichtig ist bei dieser Methode, dass das Getreide vor der Weiterverarbeitung oder Abfüllung gründlich gereinigt (geprallt) wird. Es kann sonst zu geschmacklichen Beeinträchtigungen z.B. beim Brot kommen. Im Privathaushalt sind Kornkäfer selten ein Problem. Da sie zu Ihrer Larvenentwicklung ganze Körner benötigen, kann ein Befall durch Entfernen der befallenen und weiterer gefährdeter Getreidepartien und anschließende gründliche Reinigung und mechanisches Abtöten vereinzelter Käfer i.d.R. schnell getilgt werden. Haushaltsmengen kann man auch kältebehandeln, d. h. in der Tiefkühltruhe kurz durchfrieren. Beachten: zum Retemperieren unter Luftabschluß halten (Luftfeuchtigkeit, Schimmelpilze!). Schädlinge und deren Eiablage erfrieren. Bauern haben früher ihre Getreidevorräte auf der Tenne ausgewintert Für nähere Informationen beachten Sie unsere Seite "Produkte" (Klicken Sie einfach auf den Hyperlink). |
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